Mythen über UV / LED-Wimpernverlängerung

Die LED-Wimpernverlängerung wird immer beliebter. Mit dem wachsenden Interesse an dieser Technologie entstehen jedoch auch zahlreiche Mythen. Manche halten LED-Wimpernverlängerungen für absolut sicher und für alle Kundinnen geeignet. Andere wiederum machen sich Sorgen über die UV-Strahlung und halten die Methode für schädlicher als eine klassische Wimpernverlängerung.
Tatsächlich ist die LED-Technologie weder „magisch sicher“ noch grundsätzlich gefährlich. Entscheidend ist, wie das System funktioniert, welcher Kleber verwendet wird, welche Geräte zum Einsatz kommen und wie konsequent die Sicherheitsregeln eingehalten werden.
Schauen wir uns die häufigsten Mythen genauer an.
Mythos 1. LED-Kleber ist vollständig hypoallergen
Das ist einer der häufigsten Mythen.
Die Verwendung der LED-Technologie macht einen Wimpernkleber nicht hypoallergen. Wenn der Kleber Cyanoacrylat enthält, bleibt das Risiko einer allergischen Reaktion bestehen.
Dem bei der LED-Wimpernverlängerung verwendeten Kleber wird ein Photoinitiator zugesetzt. Dieser startet die Polymerisation des Klebers unter Lichteinwirkung. Dadurch lässt sich die Reaktion besser kontrollieren und es entstehen weniger Dämpfe als bei einer klassischen Wimpernverlängerung. Weniger Dämpfe bedeutet jedoch nicht, dass überhaupt keine Dämpfe entstehen.
Mythos 2. LED-Wimpernverlängerung ist vollständig sicher für die Augen
Eine LED-Wimpernverlängerung kann bei korrekter Anwendung des Equipments und unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften sicher durchgeführt werden. Die Aussage „LED ist absolut sicher“ ist jedoch zu pauschal.
Bei LED-Systemen für die Wimpernverlängerung wird UV-Licht im Übergangsbereich zum sichtbaren Licht eingesetzt, üblicherweise im Bereich von etwa 395 bis 410 nm. Für die Sicherheit spielen unter anderem die Wellenlänge, die Leistung der Lampe, der Abstand zu den Augen, die Dauer der Einwirkung und die Konstruktion des verwendeten Geräts eine Rolle.
Deshalb reicht es nicht aus, einfach eine Lampe mit der Bezeichnung LED zu verwenden. Die technischen Eigenschaften des Geräts sollten bekannt sein. Außerdem sollte überprüft werden, ob die erforderlichen Unterlagen und Nachweise zur Sicherheit vorhanden sind. Das Gerät muss entsprechend den Vorgaben des Herstellers verwendet werden.
Mythos 3. LED-Licht schädigt das Sehvermögen
Allein die Verwendung eines UV-Bereichs bedeutet nicht, dass eine LED-Wimpernverlängerung die Augen schädigt.
Professionelle Systeme arbeiten mit einer deutlich geringeren Leistung als UV-Quellen wie Sonnenlicht oder Solarien. Während der Behandlung sind die Augen der Kundin geschlossen. Zusätzlich wird der Bereich des Unterlids mit Patches abgedeckt, die UV-Strahlung blockieren sollten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Lampe uneingeschränkt verwendet werden kann. Die Eigenschaften des jeweiligen Geräts müssen berücksichtigt, der empfohlene Abstand eingehalten und geeignete Schutzmaßnahmen verwendet werden.
Es gibt außerdem einen weiteren wichtigen Punkt: Manche Menschen reagieren individuell empfindlicher auf UV-Strahlung. Diese Empfindlichkeit kann beispielsweise durch bestimmte Medikamente oder Produkte mit Retinoiden beeinflusst werden.
Deshalb sollten die individuellen Besonderheiten und möglichen Risikofaktoren der Kundin vor der Behandlung berücksichtigt werden.
Mythos 4. Bei der LED-Wimpernverlängerung müssen die Regeln für die Arbeit mit Kleber nicht beachtet werden
Eine schnelle Polymerisation ersetzt keine professionelle Arbeitsweise.
Das LED-System ermöglicht es, den Zeitpunkt der Polymerisation der Klebeverbindung durch Lichteinwirkung zu kontrollieren. Trotzdem muss die Naturwimper korrekt vorbereitet, die richtige Menge Kleber verwendet und eine qualitativ hochwertige Verbindung hergestellt werden.
Hinweis: Für die Vorbereitung der Wimpern auf die LED-Wimpernverlängerung empfehlen wir InLei® SALINE PRETREATMENT und Liquid Wrap Beautier.
Außerdem ist es wichtig, den Unterschied zwischen Fixierung und vollständigem Festigkeitsaufbau zu verstehen.
Auch wenn die Verbindung nach der Lichteinwirkung nahezu sofort fixiert wird, kann der Kleber weiterhin Zeit benötigen, um seine maximale Festigkeit zu erreichen. Dieser Prozess dauert etwa eine Stunde oder länger.
Eine „sofortige Fixierung“ bedeutet daher nicht, dass die chemischen Prozesse innerhalb der Klebeverbindung in derselben Sekunde vollständig abgeschlossen sind.
Mythos 5. Mit LED kann bei jeder Luftfeuchtigkeit und Temperatur gearbeitet werden
Auch diese Aussage muss genauer betrachtet werden.
Das LED-System reduziert tatsächlich die Abhängigkeit des Polymerisationsprozesses von Luftfeuchtigkeit und Temperatur, da die Polymerisation durch Licht ausgelöst wird.
Hinweis: Wenn Sie in einem Raum mit viel natürlichem Licht arbeiten, kann der Kleber auch ohne Lampe polymerisieren, da Sonnenlicht ebenfalls UV-Strahlung enthält, die die Reaktion auslösen kann.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Raumklima vollständig irrelevant wird.
Außerdem haben verschiedene LED-Kleber unterschiedliche Eigenschaften. Viskosität, Arbeitsgeschwindigkeit und Verhalten während der Behandlung können sich unterscheiden.
Daher sollten die Empfehlungen des Herstellers des jeweiligen Klebers berücksichtigt werden, anstatt sich auf die allgemeine Regel zu verlassen: „Bei LED spielen Luftfeuchtigkeit und Temperatur keine Rolle mehr.“
Mythos 6. LED-Wimpernverlängerung ist für absolut alle Kundinnen geeignet
Nein.
Wie bei einer klassischen Wimpernverlängerung müssen auch hier der Zustand der Naturwimpern, die individuelle Empfindlichkeit der Kundin, mögliche Kontraindikationen und die Besonderheiten des jeweiligen Systems berücksichtigt werden.
Bei einer LED-Wimpernverlängerung können außerdem zusätzliche Kontraindikationen im Zusammenhang mit der UV-Strahlung und einer individuellen UV-Empfindlichkeit relevant sein.
Mythos 7. LED-Wimpernverlängerung ist deutlich schneller als eine klassische Wimpernverlängerung
Eine schnelle Fixierung ist tatsächlich einer der Vorteile von LED-Systemen. Die Geschwindigkeit der gesamten Behandlung hängt jedoch nicht nur von der Polymerisationsgeschwindigkeit ab.
Sie wird unter anderem von der Technik der Stylistin, der Geschwindigkeit beim Separieren der Naturwimpern, dem Umgang mit dem Kleber, der Fächerbildung und weiteren Arbeitsschritten beeinflusst.
Die LED-Technologie kann den Ablauf also kontrollierbarer und vorhersehbarer machen. Sie verwandelt eine Wimpernverlängerung jedoch nicht automatisch in eine „Wimpernverlängerung in einer Stunde“.
Mythos 8. LED-Kleber hält immer länger als klassischer Wimpernkleber
Auch das ist eine häufige Übertreibung.
Die LED-Technologie ermöglicht eine kontrollierte Polymerisation und eine stabile Fixierung der Klebeverbindung. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder LED-Kleber automatisch eine längere Haltbarkeit gewährleistet.
Das Ergebnis wird unter anderem von der Qualität der Vorbereitung der Naturwimpern, der korrekten Verbindung, der verwendeten Klebermenge, den Eigenschaften des Klebers, der Technik der Stylistin und der Pflege durch die Kundin zu Hause beeinflusst.
Die Haltbarkeit allein nach dem Prinzip „LED versus klassischer Kleber“ zu vergleichen, ist daher nicht sinnvoll.
Was ist bei der LED-Wimpernverlängerung wirklich wichtig?
Die LED-Wimpernverlängerung ist keine völlig neue Methode der Wimpernverlängerung. Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie die Polymerisation der Klebeverbindung ausgelöst wird.
Die Sicherheit der Behandlung wird jedoch nicht durch einen einzigen Faktor bestimmt. Entscheidend sind das verwendete Equipment, die Eigenschaften und die chemische Zusammensetzung des Klebers, geeignete Schutzmaßnahmen und die Arbeitsweise der Stylistin.
Deshalb sollte eine LED-Wimpernverlängerung nicht nur nach einem einzigen Kriterium beurteilt werden: „LED ist sicherer“ oder „LED ist gefährlicher“.
Bei der richtigen Auswahl des Equipments und unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften ist eine LED-Wimpernverlängerung nicht grundsätzlich gefährlicher als eine klassische Wimpernverlängerung. Die Aufmerksamkeit sollte weiterhin vor allem auf dem Kleber, seiner Zusammensetzung und der korrekten Organisation des gesamten Arbeitsprozesses liegen.
Die LED-Technologie gibt der Stylistin mehr Kontrolle über den Zeitpunkt der Polymerisation. Die grundlegenden Regeln einer professionellen Wimpernverlängerung bleiben jedoch weiterhin bestehen.