Warum ich bei der Wimpernverlängerung keine Tapes verwende

Wenn Sie eine Stylistin für Ihre Wimpernverlängerung auswählen, schauen Sie sich wahrscheinlich zuerst die Fotos ihrer Arbeiten an.
Ich würde auch darauf achten, wie sie arbeitet.
Und eines der Dinge, auf die ich persönlich achte, sind Tapes.
Oder, wie sie auch genannt werden, Klebestreifen, Fixierstreifen oder Korrektur-Tapes.
In diesem Artikel verwende ich den Begriff „Tape“, weil dieses Hilfsmittel im Arbeitsalltag häufig so bezeichnet wird.
Ich selbst verwende bei meiner Arbeit keine Tapes.
Und wenn ich mir eine Stylistin für mich selbst aussuchen würde, wäre eine große Menge an Tapes bei ihrer Arbeit für mich bereits ein Grund, genauer hinzuschauen.
Ich erkläre Ihnen, warum.
Wofür werden Tapes überhaupt verwendet?
Mit einem Tape lässt sich das Ober- oder Unterlid leicht in eine für die Stylistin günstige Richtung ziehen. Dadurch werden die Ansätze der Naturwimpern besser zugänglich und lassen sich leichter isolieren.
Und ja, mit Tape kann das Arbeiten deutlich einfacher sein.
Man erreicht die gewünschte Stelle schneller.
Man sieht die Wimpernansätze besser.
Die Isolation fällt leichter.
Und technisch kann das Ergebnis sauberer ausfallen.
Genau deshalb bin ich der Meinung, dass die Fähigkeit, ohne Tapes zu arbeiten, etwas über die Beherrschung der Technik aussagen kann.
Denn wenn man auf ein Hilfsmittel verzichtet, das die Arbeit erleichtert, muss man lernen, alles mit den Händen und Pinzetten zu lösen.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, ohne Tapes zu arbeiten

Meine Technik basiert genau darauf.
Ich muss das Augenlid nicht mit einem Tape hochziehen, um an die Wimpern zu gelangen.
Ich muss meine Hand richtig positionieren, das Lid fixieren, die Naturwimper isolieren und mit den individuellen Voraussetzungen jeder Kundin und jedes Kunden arbeiten können.
Das ist schwieriger.
Aber wenn die Technik sitzt, kann man letztendlich schneller und sauberer arbeiten.
Genau deshalb vermitteln wir diese Arbeitsweise auch in unserer Schule.
Am Anfang fällt es den Schülerinnen und Schülern schwerer. Schließlich ist es viel einfacher, ein Stück Tape aufzukleben und sich damit eine bequeme Arbeitsposition zu schaffen.
Aber meine Aufgabe als Trainerin ist es nicht, jemandem den einfachsten Weg beizubringen.
Meine Aufgabe ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, ihre Technik wirklich zu beherrschen.
Deshalb lernen unsere Schüler auch, ohne Tapes zu arbeiten.
Was stört mich an Tapes am meisten?
Es ist nicht das kleine Stück dünnes Tape, das eine Stylistin in einer schwierigen Situation tatsächlich gebraucht hat.
Das kann ich noch nachvollziehen.
Mich stört es, wenn Tapes praktisch zu einem festen Bestandteil des gesamten Arbeitsplatzes werden.
Breite Streifen.
Mehrere zusätzliche Klebestreifen.
Tape über der Augenbraue.
Tape auf der Stirn.
Tapes, die die Haut in völlig unterschiedliche Richtungen ziehen.
Und besonders dann, wenn sie nicht einmal an die jeweilige Kundin oder den jeweiligen Kunden angepasst werden, sondern einfach ein breiter Streifen genommen und komplett aufgeklebt wird.
An diesem Punkt denke ich nicht mehr über die Technik nach.
Ich frage mich:
Für wen ist das gerade bequemer?
Für die Kundin oder den Kunden?
Oder für die Stylistin?
Die Haut der Kundinnen und Kunden sollte man nicht vergessen
Und genau das ist mir wichtig.
Wir leben in einer Welt, in der Menschen viel Geld für ihre Gesichtspflege ausgeben.
Kosmetikbehandlungen.
Professionelle Treatments.
Cremes.
Seren.
Apparative Kosmetik.
Manchmal kostet eine einzige Creme 200 bis 250 Euro.
Und professionelle kosmetische Behandlungen können insgesamt sehr teuer sein.
Dann kommt jemand zu einer Wimpernverlängerung.
Und wir kleben ganz selbstverständlich breite Tapes auf die Stirn, über die Augenbraue oder rund um die Augen.
Irgendwie ist das doch seltsam.
Wenn eine Stylistin im gehobenen Preissegment arbeitet, finde ich das besonders widersprüchlich.
Denn die Fürsorge für Kundinnen und Kunden sollte sich nicht nur in einem schönen Studio, hochwertigen Materialien und einem hohen Behandlungspreis zeigen.
Sie zeigt sich auch in solchen Kleinigkeiten.
„Aber mit Tape geht es doch schneller“
Vielleicht.
Während der Ausbildung auf jeden Fall.
Genau deshalb ist es ja ein so praktisches Hilfsmittel.
Aber wenn eine Stylistin lernen kann, ohne Tape zu arbeiten, warum sollte sie es nicht versuchen?
Ich bin der Meinung, dass eine Stylistin in der Lage sein sollte, Naturwimpern zu isolieren, ohne das Augenlid ständig mit Tape nach oben ziehen zu müssen.
Das ist eine Frage der Technik und Übung.
Ich investiere lieber Zeit darin, diese Fähigkeit richtig zu entwickeln, anstatt immer neue Möglichkeiten zu suchen, um mir die Arbeit zu erleichtern.
Genau das ist eine der Besonderheiten meiner Technik.
Deshalb achte ich tatsächlich auf die verwendeten Tapes
Ich werde nicht so tun, als wäre mir das unwichtig.
Wenn ich das Profil einer Stylistin öffne und sehe, dass praktisch jede Arbeit mit einer großen Menge an Tapes durchgeführt wird, würde ich mich wahrscheinlich nicht von ihr behandeln lassen.
Das bedeutet nicht, dass diese Stylistin zwangsläufig schlecht arbeitet.
Aber für mich ist es ein Anhaltspunkt.
Ich sehe daran, wie sehr sie ihre Arbeitsweise auf den eigenen Komfort ausrichtet.
Mir ist etwas anderes wichtig.
Ich möchte, dass eine Stylistin sich auf die Kundin oder den Kunden einstellen kann, anstatt die Person ständig an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Genau deshalb arbeite ich selbst ohne Tapes.
Und genau deshalb lehren wir diese Technik auch in unserer Schule.
Denn eine gute Technik bedeutet nicht nur, die Wimpern schön und präzise anzubringen.
Sie bedeutet auch, eine anspruchsvolle Arbeit ohne unnötige Hilfsmittel, ohne unnötige Eingriffe und mit größtmöglichem Respekt gegenüber dem Menschen auf der Behandlungsliege ausführen zu können.
Wenn Sie also eine Stylistin auswählen, würde ich Ihnen empfehlen, nicht nur auf das Ergebnis zu schauen.
Achten Sie auch darauf, was rund um dieses Ergebnis passiert.
Manchmal verrät das viel mehr über eine Stylistin als ein perfektes Foto der Wimpern.
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